Warum ich Finanzanlagen immer nachhaltig betrachte

Wir Odenwälder haben einen großen Vorteil, egal wo wir wohnen, wir haben einen kurzen Weg in den Wald. Ob zum Holz machen oder Spazieren gehen gibt es die Auswahl zu  lichtdurchfluteten Mischwäldern oder den angelegten Nadelwald-Parzellen.

So haben wir das Prinzip des nachhaltigen Waldbau`s ständig vor Augen, das Hans Carl von Carlowitz vor etwa 300 Jahren so formulierte: „Bei der Rodung von Wäldern müsse man „bedenken [...] wo ihre Nachkommen Holz hernehmen sollen. Denn „wenn die Holtz und Waldung erst einmal ruinirt / so bleiben auch die Einkünffte auff unendliche Jahre hinaus zurücke “ (Carlowitz, Reprint von 1713, S. 87). 

Frühe Erfahrungen nutzen

Mit dieser klugen Einsicht, dem Wald nur so viel Holz zu entnehmen, was nachgewachsen ist, bleibt die Grundsubstanz erhalten und sorgt für dauerhafte Erträge und Einnahmen. Auch wenn heute viel über nachhaltiges Wirtschaften gesprochen wird, wird dieses Prinzip leider zu selten angewandt. 

Carlowitz macht dies anhand eines Sprichwortes deutlich: „Man soll keine alte Kleider wegwerffen / bis man neue hat / also soll man den Vorrath an ausgewachsenen Holtz nicht eher abtreiben / bis man siehet / daß dagegen gnugsamer Wiederwachs vorhanden“. (Carlowitz, Reprint von 1713, S. 88).  

Wirtschaften zum eigenen Wohl

Was für den Wald gilt, lässt sich auch auf das übrige Wirtschaften übertragen. Wenn ein Waldbesitzer seinen Wald beständig pflegt und regelmäßig die nachgewachsene kalkulierbare Menge erntet und verkauft, werden auch seine Enkel noch davon profitieren. 

Wenn in Südamerika oder anderswo heute der Regenwald gerodet wird, ist er ein für allemal verloren! Nur um kurzfristig Profit zu machen, oder Land zu gewinnen, um  Viehweiden oder Palmöl-Plantagen zu errichten, ohne die Folgen für Natur und Umwelt einzubeziehen. Das ist zu kurz gedacht, höre ich einen meiner alten Lehrer sagen, weil sämtliche Auswirkungen regional und global außer acht gelassen werden. Denn nachhaltigen Ertrag bringt nur, was in der Grundsubstanz erhalten bleibt. 

Enkeltauglich arbeiten und leben 

Wer heute an seine Kinder und Enkel denkt, wird sich Gedanken machen, ob sein Geld in erhaltende oder zerstörende Investitionen fließt, ob kurzfristige Effekte auch einen langfristigen Ertrag ermöglichen oder verhindern.  Ob ein Raubbau an der Natur stattfindet oder die Kultivierung von Lebenserhaltendem. Geld wirkt, so oder so. 

Im persönlichen Gespräch und abwägen der Folgen lassen sich solche Aspekte unter Berücksichtigung Ihrer Vorstellungen am leichtesten klären. Gerne auch mit Blick in den Wald, den ich gerade vor Augen habe.