Paradiesische Zustände vor Augen

Als „Kind von der Weinstraße“ wuchs ich ganz nah am Weinberg auf und genieße bis zum heutigen die die roten und grünen Trauben. Den frischen Saft von der Kelter schmecke ich bei der bloßen Vorstellung und kann darum nur bestätigen, dass der Wein des Menschen Herz erfreut. 

Ein persönliches Merkmal am Lebensort hinterlassen

An unseren bisherigen fünf Lebensorten pflanzte ich überall Weinstöcke, denn sie sind in meinen Augen ein Bild paradiesischer Zustände. Die schönste Lösung ist unsere heutige Terrasse, die jetzt von dicht gewachsenen Weinreben beschattet wird und uns im Herbst die Trauben in den Mund wachsen lässt. Das ist für mich einer der schönsten Momente im Jahreslauf.

Diese Wertschätzung des Weinstocks und seiner Früchte begann, als mich mein Vater das Schneiden der Reben im Frühjahr gelehrt hat. Ich war 17 Jahre alt und sehe mich heute noch ratlos vor dem Gewirr von wild gewachsenen Reben stehen. Um dann, den Blicken des Vaters folgend, die Hoffnungsträger dieses Erntejahres zu erkennen ….. und alles andere radikal abzuschneiden. Weil jeder Weinstock unterschiedlich gewachsen ist, brauchte ich ein paar Tage, die Prinzipien modernen Weinbaus zu verstehen und anzuwenden. 

Ein Bild für`s Leben

Dieses Erleben wurde dadurch intensiviert, weil ich parallel dazu eine Andacht für die Jugendgruppe vorbereitete, über das Weinstockgleichnis Jesu. Dessen Botschaft lautet mit meinen Worten: Wer sich an Christus und seine Gemeinde hält, reift zu einem Menschen, der im Geiste Gottes menschen-freundlich und schöpfungsgemäß handelt .... was dann zu ganz verschiedenen Lebensaufgaben führen kann. 

Diese eine Lehr-Woche vor vielen Jahren wurde prägend für mein Leben, der Weinstock zu einem Sinnbild für mein Dasein. Deshalb ist es wichtig für mich dieses wunderbare Bild ständig präsent zu haben. Was ist für Sie ein Bild einer lebenswerten Welt? Das Freude in Ihnen auslöst, allein bei dem Gedanken oder Anblick. Es ist gut solche Bilder in sich zu tragen oder um sich zu haben, damit an den schweren Tagen, durch das Schöne und Angenehme vor Augen, das Leben wieder leichter wird.